Fang

Copyright_A_HoffordZwar ist der Korallenfischfang mit Gift seit langem verboten. Trotzdem hält sich vor allem in Südostasien (Indonesien und Philippinen), wo ein Grossteil der Korallenfische herkommt, der Einsatz von Cyanid (Blausäure) oder Quinaldine, hartnäckig.

Untersuchungen haben ergeben, dass dabei bis zu 80 Prozent der Zielfische sterben; vor Ort, auf dem Transport oder dann im Aquarium, weil sie vom Gift geschwächt sind. Nebst Korallen und Wirbellosen werden dazu viele nicht gewollte Fische getötet. Auch die Fischer selber leiden unter dem Gift.

Zum Fang mit Gift werden Cyanid-Tabletten in mit Meerwasser gefüllten Plastikflaschen aufgelöst. Damit tauchen die Fischer zu Korallenstöcken hinunter und spritzen das Gift in Korallenspalten, wo sie die Beutefische vermuten. Das Gift soll die Fische zum leichteren Einfangen betäuben. Um an Fische heranzukommen, werden auch Korallenzweige abgebrochen.

Mit der Cyanid-Methode lassen sich schnell viele Fische fangen. Sie scheint günstig und effizient. So riskieren die Fischer auch den eigenen Schaden. Teils vorhandene Gesetze werden kaum umgesetzt. Korruption ist an der Tagesordnung.

Gezieltere („non-destructive“) Fangmethoden (z. B. mit Handnetzen) können sich je nach Grösse einer Population und Verbreitung einer Art ebenfalls schädlich für die Riffe auswirken (siehe Fische).

Fische, die aus grösseren Tiefen stammen, sollten in einen Netzkäfig platziert und langsam heraufgeholt (3 Meter alle 30 Minuten) werden, damit ihre Schwimmblase nicht platzt. Um keine Zeit zu verlieren, bringen die Fänger ihre Beute aber häufig sofort an die Oberfläche. Die angeschwollene Schwimmblase bringen sie mit einem Nadelstich durch die Bauchhöhle zur Entleerung Siehe Film

Steinkorallen stossen bei Kontakt mit Cyanid ihre Zooxanthellen (Grünalgen, mit denen sie in Symbiose leben und ohne die sie nicht überleben können) ab. Sie bleichen aus. Wenig später löst sich die Tierkolonie vom Kalkskelett ab und stirbt.

Steinkorallen für Aquarien lassen sich noch schlechter als Korallenfische züchten: Weniger als 1 Prozent der gehandelten Steinkorallen stammen aus Zuchten. Um Steinkorallen zu ernten, kommen Brechstange und Meissel zum Einsatz. Dies zerstört weitere Teile des Riffs.