Schutz

kein_Schutz_FischeWeder geschützt, noch geschont

Kein einziger Korallenfisch, kein einziger Wirbellose ist geschützt (ausser Seepferdchen, Mördermuscheln, Steinkorallen und schwarze Korallen)*. Es gibt keine Handelsüberwachung. So stammen alle zur Verfügung stehenden Daten von den Händlern und Verkäufern. Von diesen sind lediglich ein Fünftel bereit, die Handelszahlen offenzulegen.

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Artenschutz

CITES
Das Abkommen zum Handel mit bedrohten Arten CITES (The Convention on International Trade in Endangered Species of Flora and Fauna) ist ein internationales Handelsabkommen, welches zum Schutz von bedrohten Tier- und Pflanzenarten deren Handel einschränken soll. Nur Steinkorallen und schwarze Korallen sowie Mördermuscheln sind durch CITES „geschützt“.

Sie stehen auf Anhang II: ein kontrollierter Handel ist nur mit Ein- und Ausfuhrpapieren zugelassen. Zudem sind die Mitgliedstaaten von CITES verpflichtet, Statistiken über die jährlichen Handelsmengen zu führen.
www.cites.org

CBD
Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt CBD (Convention on Biodiversity) ist eines der wichtigsten internationalen UNO-Umweltabkommen.
An der Biodiversitätskonvention vom Herbst 2010 haben sich praktisch alle Staaten der Welt (191 Länder) einen gemeinsamen Auftrag zur Rettung der Biodiversität gegeben und 20 Ziele beschlossen, die bis 2020 erreicht werden müssen.
www.cbd.int

Ziel 10 besagt:
Die Belastungen der Korallenriffe und anderer verletzlicher Ökosysteme durch Klimawandel und Versauerung der Ozeane sind auf ein Minimum zu reduzieren.

Für die Schweiz bedeutet dies:
Die Schweiz ist durch ihren Ausstoss an Klimagasen direkt und indirekt mitverantwortlich am Klimawandel. Dementsprechend muss sie diesen und seine Auswirkungen durch Massnahmen im eigenen und in anderen Ländern stark verringern. Und: Der Import von gefährdeten Korallenfischen und anderen Arten aus verletzlichen Ökosystemen ist zu verbieten oder auf ein Minimum zu reduzieren.

Labels

Das MAC-Zertifikat (Marine Aquarium Council) hatte als Ziel einen nachhaltigen Handel  mit Meerestieren zu gewährleisten: www.aquariumcouncil.org.
Das 1988 kreierte Label will die wichtigsten Stakeholder dazu bringen, freiwillig ökologische Standards einzuhalten. Seit 2009 ist es eingestellt.

Laut ihrer Website gab es in der Schweiz keine zertifizierten Händler, in Deutschland lediglich einen.

 


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* Der Napoleon-Fisch, ein bis zu 2,3 m grosser Lippfisch, der im Riff lebt, ist auf Anhang II von CITES gelistet, jedoch vor allem, weil er als lebende Delikatesse für Länder wie China stark überfischt wird – gegessen werden vorzugsweise seine dicken Lippen.